Dez 162011
 

Das Wetter ist grau, ich liege mit einer dicken Erkältung im Bett. Bin aber trotzdem sportlich am surfen ;)

Und da stoße ich doch auf ein Video, bei dem mir die Location ziemlich bekannt vorkommt.

Allerdings sah bei mir die Tour nicht ganz so easy aus. Seht selbst:

 

Zurück vom TULFT im tiefen Hessen blieb mir, nach gründlichem Ausschlafen, noch ein freier Tag übrig.

Ein Skitourklassiker, wenn auch ohne Ski und Schnee, dafür schnell zu erreichen und gut für knapp 900 Hm – das Seekarkreuz bei Lenggries wollte ich immer schon mal “kennenlernen”.

Direkt von der B 13 ist der Parkplatz am Schloß Hohenburg ausgeschildert und es geht an alten Bauernhäusern (teilweise solargepimpt…) über Feldwege in Richtung Grasleitensteig.

Schnell wechselte der breite Weg in einen schmalen Steig im Wald. Der Untergrund wurde etwas felsiger und rutschiger, aber immer noch leicht zu begehen.

Seltsam war, dass uns immer nur Leute entgegen kamen. Wir hatten wohl die Zeitumstellung noch nicht so richtig verdaut und sind wieder mal zu spät in die Gänge gekommen.

Noch war’s sonnig. Mal sehen, ob wir später die Stirnlampen auspacken müssen…

Zwischen den Bäumen konnte man super in das Isartal und die bayerischen Voralpen blicken.

Sogar das Seekarkreuz, vom Tal aus nicht zu sehen, blitzte zwischen den Blättern auf.

Immer noch im Wald, hörten wir die nahe Lenggrieser Hütte schon, bevor wir sie sahen.

Aber wir sind dann lieber gleich weiter in Richtung Seekarkreuz.

Als typischer Grasgipfel mit etwas über 1600 m liegt “es” perfekt, um ein bisschen Herbst-Panorama zu tanken.

Bald haben die meisten Hütten geschlossen und ob man in der nächsten Zeit mit Skiern hierher kommen kann, bleibt fraglich.

Nach knapp 2 1/2 Stunden waren wir dann oben.

Und der Ausblick war klasse. Besonders war der Blick von Norden auf die Tegernseer Hütte zwischen Ross- und Buchstein, eine unserer ersten Touren im Frühjahr.

Langsam wurde es kühler und die Abendsonne sank immer tiefer.

Hunger kam auf… also sind wir zurück zur Hütte.

Auf der Terrasse der Lenggriese Hütte waren nur noch die Köchin und zwei Mountainbiker, der grosse Trubel vom Nachmittag war vorbei und alle genossen den Ausblick auf’s Karwendel.

Ich habe kurz überlegt und dann das bestellt, was auch die Köchin im Teller hatte (Kaspressknödel mit Suppe).

Muss ja schmecken ;)

Um 16:30 Uhr wurde es dunkel und schlagartig um 10°C kälter.

Wir waren die letzten Gäste und machten uns auf den Weg in’s Tal.

Kurze Zeit später war es dann soweit: Lichter an.

Und es war super rutschig auf dem nassen Laub…

Am Parkplatz war unser Auto einsam und verlassen. Vor ein paar Stunden hatten wir kaum mehr einen Platz gefunden, jetzt war alles leer.

Winterzeit.

S.

 

Lang geplant, getestet und Hütte reserviert, Kollegen motiviert, Wettergott bestochen, Gemsen bestellt beim Tourismusverband Spitzingsee, … und dann ging es endlich los. Nach der Arbeit rein in’s Auto und los in Richtung Berge.

Der Wetterbericht sagte beste Bedingungen voraus. Stabiles Hoch bei bester Fernsicht, allerdings etwas kühl…

Und es hatte geschneit.

Egal, jetzt war es eh zu spät um etwas zu ändern (in meiner Bestellung ;) ) und oben am Spitzingsattel war unser Startplatz zum individuellen Aufstieg zur Schönfeldhütte.

Mein skeptischer Blick zeigt mein schlechtes Gewissen, es lag doch schon ein bisschen mehr Schnee, als erwartet.

Und die Sonne stand schon sehr tief.

Der Weg war nicht ganz soo leicht zu erkennen, aber es gab nur Einen und die Richtung war auch klar.

Bergauf. Oder, für Unerfahrenen, in die Richtung, in der es mehr weh tut.

Nach dem etwas steileren und vereisten ersten Teil kam man aber bald auf einen besseren Pfad und es ging aus dem Wald raus in offenes Gelände.

Hier hatte man auch wieder Handyempfang und ich habe schnell die Kollegen angerufen, um zu erfahren, wo sie denn schon sind.

“Also, wir sind jetzt gerade aus München raus und kommen dann gleich …”

Auf dem Bild knie ich nicht nieder, um dem Panorama zu huldigen, sondern für die lieben Kollegen zu fotografieren, was sie im Dunkeln verpassen werden…

Aber ich kann gut reden, ich hatte Nachtdienst-Frei.

Weiter über den letzten Sattel erreichten wir die Almwiese mit der Hütte.

Wie heisst es so nett auf der Seite vom DAV:

” Aufgrund ihrer Lage im lieblichen Almgelände und auch wegen ihrer bequemen Zugänglichkeit ist die Schönfeldhütte ideal für Familienaufenthalte geeignet. Kinder finden in der Hüttenumgebung garantiert ihre Abenteuerspielplätze.”

Das sollte auch für uns passen.

Anja und ich haben noch ein paar Meter nach oben dran gehängt, um romantisch den Sonnenuntergang zu geniessen.

Und weil von den Anderen immer noch weit und breit nix in Sicht war. Mein Gewissen meldete sich wieder.

Irgendwann sahen wir dann aber “unten im Tal” Schatten auf die Hütte zu stolpern und die Küche wollte auch bald schliessen.

So sind wir im letzten Licht (und furchtbar kitschigem rosa Schnee…) runter in die Wirtsstube, wo die ersten Kollegen sich schon mit der Getränkekarte und der lokalen Fauna vertraut machten.

Unter lautem Hallo wurde jede ankommende Splittergruppe begrüsst und die Stimmung stieg stetig.

Ich glaube, unser Umsatz hat zu mittlerem Ehekrach beim Wirtsteam geführt, aber wir hatten auch allen Grund zu feiern.

Einige Kollegen legten wahre Entertainment-Feuerwerken hin, manche konzentrierten sich auf die Tour am nächsten Tag.

Nach grosszügiger Verlängerung der Sperrstunde (bis 22:30 h …) und einer letzen Kippenrunde versuchten sich die Meisten an der  Hüttenruhe.

Am nächsten Morgen gab es dann ein reichhaltiges Frühstücksbüffet. Und Obstlernachwehen.

Aber in neuer Gruppierung starteten wir den Anstieg zum ersten Ziel, dem Taubenstein (auf dem zweiten Bild direkt in der Sonne).

Hinterhältig ging es zum Einlaufen erst ein Stück bergab und am Lift VORBEI und dann brutal bergauf.

Auch nutzten Manche alle verfügbaren Techniken ( 4×4 und Hilfsmotor) zum Aufstieg.

Andere feuerten die Karawane an und trieben sie so zu Höchstleistungen.

Aber das nahe Ziel im Blick und das Panorama im Rücken trieb uns zum Gipfel.

Mit individueller Geschwindigkeit.

An der Bergstation erwarteten uns schon Doris und Gerhard.

Und eine kleine Prämedikation zu Stärkung der Moral.

Der Taubenstein hat mehrere Wege zum Gipfel, das haben wir aber nicht allen erzählt.

Und trotzdem gingen alle weiter, Respekt.

Mit ein bisschen medizinischem Beistand ging es aber sehr gut voran.

Oder war es doch der Gruppenzwang ?

Egal, es kam echtes Alpin-Feeling auf und die Aussicht auf den bisher zurückgelegten Weg und das Panorama (schon wieder) war grandios.

Doch unser eigentliches Ziel lag noch vor uns.

Die Rotwand (Bildmitte). Den Hochmiesing (li. im Bild) liessen wir aus und nahmen die Variante um dem Lempersberg.

Der Weg hatte seine Schlüsselstellen.

Aber der Blick zurück auf bereits Geleistetes spornte alle an.

Wieder in der Sonne ging es südlich aus dem Wald heraus. Das Panorama schlug unerbitterlich zu, was manche zu spontanem Jodeln zwang. Innerlich.

Die letzte Traverse zum Rotwandsattel. Langsam wurden es auch mehr Leute auf dem Weg.

Der Boden begann auch langsam aufzutauen.

Wir ignorierten das Schild “nur für Geübte” und das nahe Rotwandhaus (re. im Bild) und querten die letzte Etappe zum Gipfel.

Während die Einen, schon oben, München unter den Wolken suchten…

… wurden Andere noch letztmalig motiviert.

Und endlich, tataaa:

Und im zweiten Versuch mit Gipfelkreuz: Auf der Rotwand, 1884m.

Und das Panorama war gnadenlos mit uns. Wir haben uns gewehrt und versucht, es tot zu fotografieren…

Zum Restaurant im Rotwandhaus war dann nur noch ein Klacks.

Nach diversen Spezialitäten, von Kürbissuppe bis Germknödel, sind wir nochmal andächtig mit Blick zurück verharrt und dann die Forststraße runter zum Spitzingsee.

Der Rückweg war schön, aber stellenweise stark vereist.

War aber kein Problem. Nur ich musste unterwegs schnell eine Bodenprobe nehmen…

Kurz vor dem Ziel gab es etwas Verwunderung.

Auf dem Wegweiser stand “Schönfeldhütte 30 min”.

Und wir waren seit Gestern unterwegs ?!?

Aber das ist das Gute an einer Rundwanderung. Man muss nur rechtzeitig aufhören ;) .

Fazit:

Nächstes Jahr wieder. Dieses Mal dann aber mit Kaiserschmarrn.

 

Aussichtberge gibt es ja viele in den bayrischen Voralpen. Und von den meisten Aussichtspunkten sieht man immer wieder auf eine recht prägnante Pyramide, die Soiernspitze. Wunderschön gelegen im Vorkarwendel, hinter dem Walchensee bei Krün, konnte sogar König Ludwig II. dem Panorama nicht widerstehen und hat sich an den Soiernseen ein Jagdhaus bauen lassen. Dieses Mal kein Schloss, aber die Lage ist echt königlich.

Dass er für sein “Belvedere” auf der Schöttelkarspitze gegenüber etwa 14 Meter vom Gipfel absprengen liess, um einen Pavillion zu errichten, steht auf einem anderem Blatt…

Die Runde führt vom Soiernhaus auf 1610m über die Soiernspitze 2257m, Reißende Lahnspitze 2209m zur Schöttelkarspitze 2049m und zurück zum Soiernhaus.

Wenn man will, kann man daraus eine zackige Tagestour machen mit insgesamt 1755 Hm auf 30.5 km (siehe GPS Track).

Oder beim Ludwig im ehemaligen Jagdhaus übernachten und eine 2-Tagestour machen, wie wir.

Unseren Bus haben wir in Krün am Sägewerk geparkt und sind in Richtung Fischbachalm mit den Bergradl’n weiter. Liest sich einfach, war aber 1 1/2 h harte Arbeit.

Der Anstieg hat sich aber gelohnt und wir konnten uns recht gut erholen. Und auf den Rückweg Downhill freuen… ;)

Wir haben unseren Räder hinter dem Haus Kuh-sicher verstaut und sind rechts ab auf den Lakaiensteig. Während der König damals in seiner Kutsche sanft auf sein Jagdhaus transportiert wurde, sind seine Köche und Dienstboten mit üppigem Proviant auf dieser Abkürzung voraus geeilt.

Teilweise etwas ausgesetzt und mit ein paar Seilsicherungen versehen, ist der Weg aber ganz sicher die besserer Wahl.

Kurz vor dem letzten Anstieg zur Hütte kommt der kleinere der beiden Seen in Sicht und man hat einen klasse Blick auf die Soiernspitze.

Jetzt hätte man natürlich den Nachmittag gemütlich bei isotonischen Getränken ausklingen lassen können, aber es sind nur 5 Minuten runter zum grösseren der beiden Seen.

Und bevor die Sonne unterging, wollten wir schon mal den Weg für Morgen checken. Und den See. Und die Aussicht.

Es gab sogar ein bisschen Alpenglühen zum Sonnenuntergang.

.

Am nächsten Morgen sind wir gegen 8:00 Uhr los. Leider bei leichtem Nieselregen und bedecktem Himmel.

Der Regen hielt aber nicht lange an und wir querten den Soiernkessel zwischen den beiden Seen in Richtung Soiernspitze.

Jetzt kann man die Runde ja in beide Richtungen laufen, wobei ich die Version im Uhrzeigersinn, also zuerst durch das Kar und über die Soiernscharte, besser finde. Erstens liegt er morgens im Schatten und zweitens gehe ich steile Schotterhänge lieber bergauf als bergab. Drittens sieht man früh am Morgen mehr Gemsen im Kar und der Gratweg um den gesamten Kessel ist angenehmer (stetig leicht bergab, wenn man erst einmal auf der Soiernspitze ist).

Am Ende des Kars auf der Scharte begann dann die eigentliche Runde. Zuerst nach Osten auf die Soiernspitze.

Nicht nur wir genossen den Blick nach Süden auf den Karwendelhauptkamm.

Auch ein paar Geier Dohlen sonnten sich kurz vor dem Gipfel, bevor sie Jagd auf unsere Brotzeit machten.

Nach kurzer Rast sind wir weiter, zurück zur Soiernscharte in Richtung Reissende Lahnspitze.

Von der nächsten Scharte auf dem Weg konnten wir dann genau auf die Stelle runter schauen, wo wir im Aufstieg die Gemsen gesehen hatten. War etwas eng, da oben.

Um den Feldernkopf herum führte der Steig weiter nach Nord-Westen.

Langsam veränderte sich auch die Vegetation, obwohl wir immer noch kaum Höhe verloren hatten. Von felsigem Schotter wechselte die Landschaft auf etwas mehr Gras auf den Südhängen. Rechts von uns ging es jedoch weiter steil bergab.

Man konnte auch recht gut den Weg erkennen, auf dem einst der König auf seinem “speziell ausgebildetem Bergpferd” vom ehemaligen Jagdhaus auf die Schöttelkarspitze ritt…

Der Ludwig und sein Muli.

Doch bevor wir queren konnten zur Schöttelkarspitze, mussten wir erst den Weg über die Gipfelwiese zum Feldernkreuz suchen.

Wir fanden gleich zwei Wege…

Spätestens jetzt kam dann der Teil der Tour, den ich nicht mehr, wie in manchen Wanderführern, als unschwierig und auch geeignet für Kinder bezeichnen würde…

War auch nur noch gepunktet in den aktuellen Karten markiert.

Aber man konnte das Ziel schon sehen und es passte schon. Irgendwie.

Oben auf der Schöttelkarspitze war dann genügend Platz (siehe oben, 14 Hm weggesprengt…), und der Pavillion ist mittlerweile schon lange abgebrannt.

Und wäre ich König, hätte ich hier auch gebaut ;) Bei dem Panorama…

Der Weg zurück zum Soiernhaus war dann die perfekte Erklärung, was das bayrische Wort “Kniaschnaggsla” bedeutet.

Fast 500 Hm Abstieg über eine endlose Reihe von Serpentinen, durch ein paar Schuttreissen unterbrochen.

Das königliche Muli muss ein besonders Hartes gewesen sein…

Wir sind dann schnell an der Hütte vorbei wieder auf den Lakaiensteig in Richtung Fischbachalm, denn die ersten Gewitterwolken zogen auf.

Dort wird übrigens recycled…

Unsere Radln waren immer noch da und der Kuchen mit der frischen Buttermilch war auch immer noch so gut, wie am Tag zuvor.

Allerdings war der Weg zurück zum Auto jetzt etwas schneller als am Vortag.

Rauf 1 h 30 min, runter 20 min.

Okay, Bunny hat 23 min gebraucht… ;)

Alles in Allem war die Soiernrunde wahrscheinlich die beste Tour, die wir heuer in Europa gemacht haben.

Aber mal sehen, was das Jahr noch so bringt.

Hier noch ein Link auf ein Panoramabild, das sehr gut zeigt, warum in Bayern an manchen Orten der König gebaut hat.

Und ein bisschen Hintergrundinfo.

Ach ja, die Runde wird auf der Homepage des Soierhauses mit 3,5 h angegeben…

Wir waren nicht langsam (und wurden auch nicht überholt ! ;) Im Gegenteil) und haben mit zweimal 20 Minuten Pause etwas über 6 Stunden gebraucht. Ohne den Weg von Krün zum Soiernhaus. Uns ist allerdings ein Trailrunner entgegen gekommen. Vielleicht war das ja der offizielle Zeitnehmer.

S.

 

Freitag Höchsttemperaturen von 34° C, Samstag 12° C …

Der Wetterbericht sagt für das Wochenende einen regelrechten Temperatursturz voraus, aber am Sonntag soll es sich auf perfekte 20° C einpendeln.

Nachdem ich mit einem Kollegen auf die Idee kam, einen Abteilungsausflug zu organisieren, nutze ich das Schönwetterfenster, um einen Probelauf zu veranstalten.

Viel Kriterien muss man dabei beachten. Erst einmal muss das Ziel gut zu erreichen sein (…maximal eine Stunde Anfahrt). Dann darf man nicht gleich am Anfang alle überfordern (…es sollte schon eine Seilbahn für den Aufstieg vorhanden sein).Für das leibliche Wohl soll gesorgt sein (…am besten pro Stunde “Wandern” eine Hütte auf dem Weg). Man soll “was sehen” (…die obligatorische Aussicht darf nicht fehlen).

Alles Punkte, die für d e n Klassiker der Münchener Bergtouristen sprechen, die Rotwand am Spitzingsee.

Im Winter gibt es dort auch eine recht beliebte Skitour, die Rotwand Reib’n (bayr. Reib’n – Rundtour). Sollte doch auch ohne Ski im Herbst zu machen sein. Habe ich gleich mal unter Echtzeitbedingungen getestet…:

Punkt 1, die Anfahrt, hat mit knapp 1:15 h gerade noch so funktioniert.

Punkt 2, der Aufstieg, war easy zu erfüllen. Die erste Gondel ging um 9 Uhr ;)

Und vom Sattel, kurz unter dem Taubenstein, konnte man schon die erste Brotzeithütte, das Taubensteinhaus mit bester Aussicht auf den Wendelstein sehen.

Jetzt kann ich nach 10 Minuten Fussmarsch nicht schon gleich was essen und habe also der Versuchung widerstanden. War hart…

Weiter ging es talabwärts zur Kleintiefentalalm. Richtig, auch da hätte man, wenn man gewollt hätte…

Dort haben die Kühe scheinbar genug vom Trubel und man darf auch keine Katzen mitnehmen. Gegen 10:00 am Morgen war aber alles noch total friedlich.

Die Alm liegt am Fuss der Rotwand Nordseite, mein Ziel war aber erst einmal der Hochmiesing gegenüber. Quasi der Aussichtsberg auf den Aussichtsberg. Über den Miesingsattel ging es durch die mit Latschen bewachsene Westflanke auf den ersten Gipfel des Tages.

Die Sicht auf die Rotwand war klasse, aber am Gipfel wartete die erste Überraschung. Der Wettersturz vom Vortag hat seine Spuren hinterlassen.

Der Hochmiesing hat eine richtige Gipfelwiese auf 1883m und es war dann auch Zeit für eine Runde Panorama und Snacks.

Die obligatorische Dohle war auch nach ca. 2 Minuten zum Schnorren da. Idylle pur, sogar mit Watzmann in der Ferne, was kann man den Kollegen mehr bieten…?

Es ging weiter auf der Reib’n, zuerst zurück zum Sattel, dann über die Kümpfelscharte in Richtung Rotwandhaus. Eigentlich war der Weg nicht zu übersehen, aber einige der mittlerweile immer mehr werdenden Mitwanderer nahmen eine Art von Dirretissima. Allerdings sah es für mich mehr wie eine Sackgasse aus, hehe.

Schon bald kam, wenn man auf dem Weg blieb, das Rotwandhaus in Sicht.

Das Rotwandhaus wurde für die Saison 2011 renoviert und dabei gleich etwas vergrössert… und der Massenandrang begann.

Von Westen führen jetzt eine Seilbahn, eine Wirtschaftsstrasse und diverse Wanderwege herauf. Und die werden sehr gut angenommen, wie man sehen kann.

Aber siehe Punkt 1, 2, 3, 4 – alles passt.

Ich wollte aber weiter und bin gleich vor dem Haus rechts ab in Richtung Rotwand (rechts am Bildrand, jetzt von Süden gesehen)  hoch. Und ich war nicht mehr allein.

Kurz vor dem Gipfel auf 1884m gab’s sogar einen Stau, aber der Typ mit dem Eispickel am Rucksack hat mir den Tag gerettet ;)

Als ich dann an der Reihe war mit Panorama, hat mich doch der Blick auf den Grossglockner (li) und den Grossvenediger (re) entschädigt.

Und im Norden konnte man bis nach München sehen, wenn man wollte.

Nach kurzem Blick zurück auf den einsamen Hochmiesing gegenüber und die Totale auf die Runde bin ich dann vom Gipfel gedrängt worden und weiter in Richtung Lämpersberg.

Und weg.

Der Ansturm der Massen hat Spuren hinterlassen und der Weg sah teilweise aus wie nach einem Almauftrieb.

Trotz der “Schlüsselstelle” kurz vor dem Taubenstein mit 1693m, dem letzten Gipfel der Rotwand Reib’n…

Nach reiner Gehzeit vom 3h 40min bin ich wieder an der Bergstation der Taubensteinbahn angelangt und nahm die Gondel zum Parkplatz am Spitzingsee.

Ich glaube, für den Ausflug Mitte Oktober sollte es schon passen. Es ist dann sicher wesentlich weniger los und die Infrastruktur reicht auch noch für den müdesten Kollegen ;)

Und auf dem Weg zurück wartet ja auch noch ein besonderes Schmankerl.

Die einzige bayrische Single Malt Destillerei.

.

Fazit: Reib’n geht a im Summa.

S.

 

Eigentlich…

Dieses Jahr entwickelt sich immer mehr zum Jahr der kurzfristigen Änderungen, ganz nach dem Motto:

Eigentlich habe ich das oder das vorgehabt, aber das hat dann doch nicht geklappt, oder es wurde was ganz Anderes daraus.

Eigentlich hatten wir endlich wieder frei, dann war das Wetter der Jahreszeit etwas voraus (Schnee im Juli im Wetterstein auf 1800m).

Dieses Mal sah es gut aus, der Wetterbericht war unser Freund, Maria Himmelfahrt fiel dieses Jahr auf Montag und war immer noch Feiertag Dank der bayerischen Staatsreligion.

Am nördlichen Eingang des Karwendels, hoch über dem Rissbach in Richtung Eng, gibt es die Möglichkeit eine recht nette Höhenwanderung über mehrere Tage zu machen, immer mit bester Aussicht auf die “Grossen”.

Eigentlich hätte alles gepasst – bis auf diesen fiesen Magen-Darm Virus…

Nach drei Tagen im Bett musste ich allerdings endlich wieder raus. Also hier die abgespeckte Tour, nur zwei Tage lang, aber auch nicht schlecht.

Geplant war von der Oswaldhütte über die Moosenalm auf den Scharfreuter und weiter zur Tölzer Hütte. Am nächsten Tag über den Grasberg weiter zur Grasbergalm. Dieser Teil fiel ins Klo.

Wir sind also direkt 1 1/2 Etappen weiter in die Runde eingestiegen. Am Parkplatz P5 “Kreuzbrücke” starteten wir die Tour, nachdem wir am P8 ein Fahrrad für den Rückweg zum Auto deponiert hatten.

Von dort ging es hoch auf den Grasbergsattel mit der gleichnamigen Alm auf 1540m.

Langsam haben wir uns nach oben geschraubt und die Aussicht wurde immer besser.

Die vier Gipfel im Hintergrund sind die, die wir leider “überspringen” mussten, d.h. der Teil, der aus der zweitägigen eine Drei-Tages-Tour gemacht hätte…  Schade.

Nach Westen konnte man immer besser in’s Laliderer Tal auf die Falken blicken. Leider konnten wir später auch den einen oder anderen Hubschrauber am Risser Falk (Mitte) sehen…

Auf der Grasbergalm schlossen wir schnell Freundschaft mit ein paar “Damen”, die alle die gleiche Frisur trugen.

Auf die Frage nach dem Weg gingen sie laut murmelnd, aber freundlich voraus. Wir kamen kaum hinterher.

Eigentlich (schon wieder…) sind die Wege in Tirol auf’s Beste ausgeschildert, dieses Mal war es etwas sparsamer mit den Markierungen. Glücklicherweise haben wir den mitten auf eine Wiese deutenden Wegweiser richtig interpretiert und sind in Richtung Kompar weiter.

“Lei daou auffi zou de Lotschn”, wie der nette Kuhhirte noch meinte.

Hätte mein GPS bestimmt auch gleich gesagt…

Zwischen den Latschen herrscht immer eine ganz spezielle Atmosphäre. Es ist bestimmt fünf Grad wärmer und riecht nach Saunaaufguss. Allerdings findet sich fast immer die eine oder andere perfekte Stelle für ein “Notbiwak”. Campieren ist ja sonst verboten im Karwendel.

Also immer weiter auf der Süd-West Seite über dem Rissbachtal mit immer besser werdender Aussicht auf die Falken, die Laliderer und den Grossen Ahornboden. Nette Namen, hier im Karwendel.

Östlich trafen wir auf die Abzweigung zum Kompar. Nur knapp 15 Minuten und unser Picknick auf 2011m hatten wir uns redlich verdient. Allein die fliegenden Ameisen (?) am Gipfel haben etwas gestört.

Auf dem Weg weiter nach Süden mit Blick zurück sieht unser Pausenplatz doch etwas anders aus.

Der Weg führte uns weiter in Richtung Satteljoch und solange das Wetter noch hielt, wollten wir noch auf das Plumsjoch.

Eigentlich (…) sollten wir laut Karte rechts (westlich) um das Satteljoch gehen, aber da war auch ein Steig östlich. Sah gut aus und warum nicht mal was Neues probieren.

Später erfuhren wir, warum nicht.

Links vom Satteljoch sah man das Plumsjoch, daneben die Mondscheinspitze. Und der Weg wurde immer schmäler…

Bis er ganz verschwunden war und wir in einer morastigen Sackgasse steckten, die auf meiner Karte (Stand 1998…) noch als Quelle eingezeichnet war.

OK, vorwärts immer, rückwärts nimmer oder so. Und die Latschen stechen und kratzen ja nicht soo schlimm.

Wir suchten also den Steig, der wohl seit der Jahrtausendwende nur noch ab und zu von ein paar Gemsen benutzt wurde.

Mehr oder minder erfolgreich.

Immer, wenn wir dachten, da geht’s lang, kam eine Abbruchkante oder eine undurchdringliche Latschenbarriere.

Nach knapp einer Stunde herum irren standen wir plötzlich “im Freien”, direkt neben einem frisch lackiertem Wegweiser.

Tu felix Austria…

Auf das Plumsjoch hatten wir jetzt keinen Bock mehr, und so ging es direkt auf die Plumsjochhütte.

Der Sonnenuntergang versprach allerdings nichts Gutes für den nächsten Tag.

.

Nach einer Nacht mit heftigsten Gewittern und strömendem Regen machten wir uns früh auf den Weg runter in’s Tal.

Der Ausblick erinnerte mich an einen bekannten Film über eine Forscherin im Hochland von Zentralafrika…:

Wir trafen auf wenige andere Wanderer.

Bei manchen war ich mir nicht sicher, ob sie mich generell nett fanden oder nur meinen Schirm wollten.

Interessant war auch weiterhin die Wegmarkierung, auf die wir uns nicht ganz verlassen haben.

Unten im Tal angekommen mündete der Plumsbach in den Rissbach.

Gott sei Dank hatten wir ein Rad am Parkplatz bei den Hütten deponiert und so war der Weg zurück zum Auto nicht mehr ganz so lang.


Am Tag zuvor sass hinter unserem Auto eine Familie am Ufer des Rissbachs und die Kinder haben eifrig Steinmandl gebaut.

Leider hat die unerwartete Flut nur einer (Steinmandl natürlich) überlebt.

Also, nie zu nah am Wasser bauen.

Und eigentlich immer eine aktuelle Karte mitnehmen…

Hier noch ein Link, der den Alpenpark Karwendel und die Erschliessung der Eng ein bisschen kritischer betrachtet:

Jetz werds Eng.

S.

 

Der Sommer lässt auf sich warten.

Oder war schon, wer weiss. Auf alle Fälle macht das Wetter allen Plänen einen Strich durch die Rechnung und so habe ich die kurze Schönwetterfront ausgenutzt, um “schnell” mal wieder raus zu kommen.

Ohne grosse Planung bietet sich ein kleines Highlight in den Bayerische Voralpen an, dass mir auch noch bei meiner Estergebirge-Sammlung hilft: der Simetsberg.

Wahrscheinlich kennen ihn nur wenige, viele sind aber schon an ihm vorbei gefahren und haben das Beste verpasst. Kaum ein Berg, der so einfach zu erreichen ist, bietet so ein Panorama auf all die anderen Gipfel, die das Touri-Herz zum Stolpern bringen.

Soierngruppe, das gesamte Karwendel und Wetterstein, die schönste Seite des Estergebirges und, bei entsprechender Wetterlage oder Fön, bis hinter das Stubai und noch viel mehr kann man vom 1836m hohen Simetsberg aus anstaunen.

Das Wetter hat gepasst, und das Panorama war “awesome”. Das fanden sogar die Kühe auf der Hochwiese knapp unter dem Gipfel.

In Obernach am SW-Ende des Walchensees fängt der Weg (W7, später 472) an und führt über Forststraßen und Wege, später über schmale Steige und einige (…) Serpentinen immer bergauf.

1056 Hm Aufstieg waren auch nicht zu verachten und ich konnte endlich mein Huckepäckchen ausführen.

.
Die Collage anklicken, dann erkennt man auch die Gipfelkühe, die in’s Stubai blicken, besser ;)

Elevation Profile

.

S.

 

Zur Zeit starten sie ja gerade wieder. Unerschrockene Buben und Mädels, unterwegs mit Renn- oder Bergrad’ln, auf dem Weg nach Süden über die Alpen.

Transalp.

Hmm, ich hatte das Wochenende frei und der Wetterbericht war ganz okay, also habe ich was ähnliches gemacht.

Allerdings etwas kleiner, dafür unsupported, quasi “by fair means”.

Die TransEster, quer durch einen den meisten unbekannten Gebirgszug der bayrischen Voralpen, das Estergebirge, von Eschenlohe bis Garmisch.

Von der Hohen Kisten bis zum Wank (gute Infos findet man unter Steinmandl.de)

Witzigerweise beginnt das Estergebirge genau dort, wo die Meisten auf dem Weg in den Süden im Stau am Ende der A 95 stehen und kaum ein Auge für die Landschaft neben der Schlange haben.

Also, wegen Staugefahr dieses Mal mit dem Zug von München nach Eschenlohe, in 1:24 h von mir in München-Sendling kaum zu unterbieten.

Allerdings hat der Wetterbericht die tatsächliche Lage doch etwas geschönt…

Und die Baustelle am Bhf war mir auch neu und ich hätte den Weg beinahe nicht gefunden. Ging ja gut los.

Kurz nach 9:00 h in Eschenlohe am Bahnhof (650m) sah es dann auch nicht viel besser aus, aber hey, der Berg ruft. Und vielleicht merkt er sich auch, wenn man ihm nicht folgt und ist dann beleidigt…

Wollte ich nicht riskieren ;)

Und falls er nicht nur rufen, sondern auch zuhören sollte, habe ich laut “Passt scho” gedacht und bin los.

Zuerst ging es einen langen Straßenhatscher bergauf auf breitem Forstweg bis zum Brandeck. Scheinbar war früher am Morgen gerade Almauftrieb gewesen, denn die Locals waren gerade dabei, diverse Elektrozäune rechts und links am Wegesrand abzubauen und das ganze Gelände war heftigst vermint. Viele Cowdrops machten den langen Weg abwechslungsreich…

Kurz nach dem Brandeck (auf ca. 1100m) ging dann endlich der Steig über die Hohe Kisten zum Krottenkopf und zur Weilheimer Hütte. Falls das jetzt bekannt vorkommt, stimmt das. Letztes Jahr bin ich von Süden her schon mal u.A. auf den Krottenkopf (siehe hier).

Steil und auch mit einigen Drahtseilsicherungen, aber durch recht beeindruckende Landschaft, ging es zum Pustertal Jagdhaus auf eine Hochwiese, ideal gelegen für eine Hütte. Mit normalerweise fantastischer Aussicht.

Hier war auch ungefähr die Hälfte des Aufstiegs zur Hohen Kisten geschafft, sodaß ich nach (und trotz) eines prüfenden Blickes nach oben auf den restlichen Weg eine kurze Rast eingelegt habe.

Zuerst durch Latschen, dann in engen Serpentinen durch ein Geröllfeld, habe ich schnell Höhe gewonnen und zwischendurch, beim Blick über die Schulter zurück, ist doch tatsächlich die Sicht ein bisschen aufgeklart.

Man konnte auch unten den Walchensee glitzern sehen links neben dem Simetsberg (da war also die Sonne…) und hatte einen guten Blick auf einen der Klassiker im bayrischen Voralpenraum – dem Weg am Grat vom Herzogstand zum Heimgarten.

Durch das Pustertal-Kar habe ich dann den nördlichen “Rand” des Michelfeldes erreicht. Es sieht aus wie ein riesiges Hochtal, fast wie eine Almwiese in einem grossem Krater, umgeben von den Gipfeln des nördlichen Estergebirges. Ist natürlich nicht vulkanisch, sieht aber so aus.

Von Osten näherte ich mich jetzt der Hohen Kisten, die nur noch einen kurzen Austieg entfernt war.

Allerdings sah ich das Gipfelkreuz von links…

Ich habe dann also eine Variante zum Gipfel genommen – sprich, ich bin an der eigentlichen Abzweigung vorbeigelaufen.

Von oben sah man dann meinen Startpunkt Eschenlohe und ein bisschen sogar die Voralpenseen im Hintergrund.

Bei bester Sicht hätte man vielleicht sogar bis München gesehen, wer weiss.

Auf 1922 m war ich allerdings noch nicht ganz am heutigen Tagesziel. Ich wollte noch zur Weilheimer Hütte.

Die Beiden rechts vom Kreuz blickten genau dorthin. Also weiter am “Kraterrand” entlang und erst dort sah man, das die Kisten doch auch recht eindrucksvoll aussehen konnte.

Leider ging es wieder etwas bergab, dann aber in einem leichten Bogen unter dem Archtalkopf vorbei nach Süden auf die Weilheimer Hütte, die genau auf einem Sattel zwischen Rißkopf und Krottenkopf liegt.

Das Wetter änderte sich minütlich und auf den letzten paar 100 Metern hat es dann doch noch zu regnen angefangen.

Die WM-Hütte (1946 m) lag dann etwa wieder so hoch wie die Kisten und ich hatte mir mit insgesamt 1450 m Aufstieg eine kleine Belohnung verdient.

Indem Fall ein Haferl Kaffe und eine Portion Nussecken von der Oma von Christian, dem Hüttenwirt, gebacken.

Am nächsten Morgen wollte ich eigentlich rauf auf den Krottenkopf, aber der war irgendwie nicht mehr da.

Anja hatte Nachtschicht und wir haben uns gegen 11:00 h auf der Esterbergalm verabredet.

Eigentlich wollte ich über den Sattel auf den Bischof oder den Hohen Fricken runter zur Alm, aber auch dieser Weg war weg…

Also habe ich den “Normalweg” an der Materialseilbahn vorbei gewählt.

Das Wetter klarte endlich auf und nach knapp 1:45h kam ich an der Esterberg Alm (1264 m) an.

Wir hatten uns locker zum Kaffee verabredet.

Ich hatte gerade die Ziegenherde entdeckt und mir ein Haferl bestellt, da war sie auch schon da. Klasse Timing ;)

Nach “kurzer Verschnaufpause” sind wir aufgebrochen in Richtung Gschwandtner Bauer. Der Weg um den Wank herum führte bei bester Aussicht auf das Wettersteinmassiv in wenigen Stunden zurück nach Garmisch.

Und der Gschwandtner Bauer ist berühmt für seine Küche.

Bei unserer Verpflegungsstation angekommen hatten wir quasi einen Platz in der ersten Reihe.

Vor uns der gesamte Wettersteinkamm bei strahlendem Sonnenschein, auf dem Tisch ein klasse Schweinsbraten, respektive ein extraordinärer Käsekuchen, und viel Local Wildlive, hehe.

Letztere war gerade auf dem Weg zum Shooting für den neuen Bauernkalender.

Ehrlich jetzt. Zumindest stand das auf den T-Shirts von den Schergen, die auf der benachbarten Wiese das Set aufbauten.

Und wir durften dabei sein. Was für ein Tag.

Zurück ging es südlich unter dem Wank vorbei nach Partenkirchen.

Auf teils breiten Wegen, aber auch schattigen Alleen und alten Villen vorbei. Immer in Sicht Alpspitz oder Zugspitz.

Anja hatte das Auto an der Wankbahn geparkt.

Da konnte man von unten nochmal hochsehen, mit allem, was das Klischee so zu bieten hatte.

Inklusive eines kurzen patriotischen Moments.

Also, bis zum nächsten Mal.

S.

 

Point Reyes National Seashore liegt etwas eine Stunde nördlich von San Francisco, je nach Stau auf der Golden Gate Bridge.

Allerdings auf der pazifischen Platte, also links vom San Andreas Graben.

1906 war das recht stark zu spüren beim grossen Beben und direkt am Visitor Center verläuft der recht interessante “Eathquake Trail”.

Nach kurzem Wettercheck haben wir uns entschlossen, direkt am Morgen einen der verfügbaren Plätze auf den noch verfügbaren Campgrounds zu erfragen. Sprich – es war alles ausgebucht, erfahrungsgemäss sollte aber last minute was frei werden.

Okay, Wildcat Camp Ground hatte noch was frei. Dieser Platz lag recht gut in der Mitte des Parks und wir fuhren einfach bis ganz in den Süden zum Palomarin Trailhead und beschlossen rauf zum CG zu laufen, zu zelten und den restlichen Tag die Gegend zu erkunden. Eigentlich könnte man in einem Tag den kompletten Park durchlaufen. Allerdings gibt es keinerlei Shuttle oder sonstigen Rücktransport, sodass man zum Ausgangspunkt entweder den gleichen Weg zurück nehmen muss oder an der Strasse entlang zum Visitor Center laufen muss…

Nicht gut.

Wir sind also lieber mitten rein und dann ein bisschen hin und her gelaufen und am nächsten Tag wieder raus..

Der Weg war recht abwechslungsreich und führte erst duch einen Eukalyptuswald und dann auf den Klippen entlang.

Der Baum selbst schmeckt auch nach hartnäckigem Lecken kaum nach Eukalyptus…

Die Blätter ein bisschen mehr.

Wenn der Weg mal von den Klippen weg führte, änderte sich sofort die Landschaft und wir kamen an mehreren Seen vorbei, an denen man bestimmt gut baden könnte…

…aber wer weiss, was da so alles drin lebt…

Der Grösste See war der “Bass Lake” und da sollen, dem Namen nach, viele Barsche zu angeln sein.

Jedenfalls wuchs auf dem Trail am See recht viel Rosmarin (Barsch mit Rosmarinfüllung…?), was den Weg langsam auch geruchsmässig echt zum Schmankerl werden liess.

Wenn der Wald dichter wurde, wuchsen auf einmal auch grosse Farne, die sich wiederum mit Blumenwiesen abwechselten.

Langsam kamen wir auch aus dem Day Hiking Bereich raus und der Trail wurde (endlich) etwas schmaler.

Er führte über ein paar “unmaintained” Seitenwege. Gerährlich, gefährlich, weil nicht regelmässig gemäht gewartet.

Hier trafen wir auch auf ein Exemplar des gar nicht so seltenen Homo Hikerus Amerikanus (nonsapiens).

Er war gar nicht so besonders gross, er hatte nur seinen Reserve-Hut ganz oben drauf geschnallt.

Dann hatten wir den Wildcat Camp Ground erreicht.

Sind aber gleich zum Strand runter.

Erst haben wir gedacht, da liegen ein paar Seelöwen, aber es waren unsere (Zelt)Nachbarn.

Es war, trotz Sonne, recht frisch und das Wasser hatte geschätzte 12°C…

Der Platz war schön gross, aber streng in einzelne Parzellen aufgeteilt.

Im hohen Gras hat man sich aber super ungestört einnisten können.

Der Tag hatte noch ein paar Stunden und so sind wir nochmal ohne Gepäck los und haben uns die Gegend von den umliegenden Klippen aus angesehen.

Nach zwei Stunden kehrten wir um und hatten uns genügend Appetit für’s Dinner angelaufen.

Es gab vegetarisches Chilli, entweiht (oder gepimpt) mit Turkey Jerky in gegrilltem Pitabrot. Mit Kaffee.

Cowboyfood, jeeha ;) !

Kurz nach Sonnenuntergang haben wir uns dann bettfein gemacht und sind in die Koje getanzt.

Eins mit der Natur, hehe.

Die nennenswerten Tiersichtungen beliefen sich auf Horden von Pelikanen und zwei Schlangen (lt. Anja) und vielen Spuren von Katzen, also vielmehr Katzenpooh. Grossem Katzenpooh…

Vielleicht hatten die Schilder mit den Verhaltensregeln bei der Begegnung mit Pumas doch ihre Berechtigung.

Am nächsten Morgen, nach gutem Schlaf und erholsamer Nachtruhe (dank meinen Oropaxen) ging es zurück.

Dieses Mal die (unmaintained)Variante über die Almere Falls.

Zurück ging es dann problemlos den Weg an den Klippen und wieder durch die Lutschbäume zum Trailhead.

Um Point Reyes Station haben sich eine Reihe von Künstler und Öko-Farmer angesiedelt.

In der Cowgirl Creamery gab es fantastischen Käse und Sandwiches.

Ich musste einfach ein paar Proben nehmen…

Leider hat eine plötzliche Windboe genau während dieses Fotos den Cappuccino von Bunny umgeworfen…

Aber in der Käserei konnte man sich ja die Beine waschen.

Der eigentliche kulinarische Höhepunkt der Gegend war aber die Drakes Bay Oyster Farm.

Ein gelungener Abschluss unserer Strandwanderung.

Manche waren vorsichtig, Andere gingen so richtig zur Sache.

Es wurde fast nichts übrig gelassen.

Insgesamt war das ein guter Abschluss.

Am nächsten Tag waren wir wieder auf dem Highway 1 in Richtung Süden, um mit entspannendem Shopping in Santa Cruz und LA den Urlaub ausklingen zu lassen.

S.

 

Die seltsamen Wetterberichte hielten an und das nächste “Schönwetterfenster” haben wir ausgenutzt, um doch noch in den Yosemite NP zu fahren. Der eigentlich geplante Trail von Norden aus durch die High Sierra war unmöglich zu machen – bereits die Zufahrt über die Tioga Road war noch wegen zu viel Schnee gesperrt…

Im Yosemite Tal war allerdings alles schneefrei und die Wasserfälle sollten beeidruckend viel Wasser führen.

Mal sehen.

Einer der schönsten Trails, der auch bei dem aktuellen Wetter gut zu machen sein sollte, war der Misty Trail über den Vernal Fall zum Nevada Fall und zurück über einen Teil des John Muir Trails in das Valley. Das ist zugleich auch der Anstieg zum Halfdome, auf den Anja deutet.

Links davon ist der El Capitan, den die Huaba Buam in knapp 2 Stunden hoch sind.

Normal sind etwa 2 Tage…

Oben viel Schnee im Juni bedeutet unten im Tal viel Wasser.

Von Happy Isles war es noch ein breiter Weg, was sich aber schnell geändert hat.

Der Misty Trail war nicht mistig, sondern misty, also dunstig, nebelig oder diesig.

Das letzte Mal, als wir hier waren, war der Fluss fast trocken. Dieses Mal jedoch war “misty” leicht untertrieben.

Es wurde schlicht und einfach nass.

Sehr nass. Wie unter der Dusche…

Und unter einem Regenbogen liegt kein Schatz, wie man oft hört. Dort ist es einfach nur extrem nass.

Der Trail führte direkt am Vernal Fall entlang auf ein Plateau und dann weiter zum Nevada Fall.

Steile Wände umrahmten den Nevada Fall und in vielen Kehren erreichten wir dann den “Gipfel”.

Eine gute Gelegenheit  für eine kleine Jause, wie immer ;)

Hier oben trennte sich auch der Weg und zweigte ab zum Half Dome. Vom Weg wäre es wieder kein Problem gewesen, aber er war noch gesperrt und ausserdem muss man, wegen der grossen Nachfrage, mittlerweile an einer Verlosung teilnehmen, um ein Permit zu erhalten.

Und natürlich gewinnen.

So gegen frühen Nachmittag, wir waren wieder gestärkt, zogen allerdings die angekündigten Wolken auf und es begann leicht zu Nieseln.

Was sich in 2000m Höhe schnell zu (auch lt. Wettervorhersage angekündigtem) Gewitter mit Schnee entwickeln kann.

Also sind wir wieder los und runter in’s Yosemite Valley.

Der nächste Trail sollte etwas oberhalb von San Francisco sein.

An der Point Reyes National Seashore.

Bis dann.

S.